11 x 70  |  WECHSELNDE ORTE  |  2016 - 2017  | Installation & Katalog

In dem Moment, in dem der Mensch einen architektonischen Raum betritt erhält die Architektur ihren Sinn. Als festgelegter Rahmen steht sie zwischen dem Mikrokosmos des Menschen und dem Makrokosmos unserer unendlichen Umwelt und gibt dem Menschen eine Referenz für das Verhältnis Ich:Universum. Die Arbeit 11 x 70 ist Architektur, weil sie als Intervention in der Natur eine festgelegte räumliche Erfahrung inszeniert. Sie ist der Mensch selbst, den man in seiner Abwesenheit, als Körper und als Bewegung im Raum betrachtet.

Die eigene Bewegung entfernt uns in jedem Moment von der Möglichkeit, zu sehen, in welchem Verhältnis der eigene Körper oder der eigene Weg zum Umraum steht. Die zehn Schritte hinterlassen keinen Abdruck, sondern eine Präsenz in skulpturaler und räumlicher Form, die man aus der Distanz rückblickend im Raum betrachten kann. Das eigene menschliche Mass, mit dem man in jedem Moment seine Proportion zu seinem Umfeld wahrnimmt, liegt als Reihung vor einem selbst. Wie eingeengt, wie weit, wie unbedeutend erscheint der eigene Massstab im Verhältnis zu unterschiedlichen Umräumen.

Es ist eine Grundsatzarbeit, ein Massstab mit der Masseinheit Mensch.